Dass Victory noch ein richtiges Hardcore-Label ist, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass eine großartige Band wie Comeback Kid dort ihr zweites Album (d.h. drittes Album insgesamt) veröffentlicht. Das dritte Release geht die Band aus Kanada ohne ihren Sänger Scott Wade an, der die Band verließ, und durch Gründer Andrew Neufeld am Mikrofon ersetzt wurde. Dieser kommt zwar nicht ganz an die stimmlichen Qualitäten heran, die Wade auf „Wake The Dead“ unter Beweis stellte, treibt das Album aber trotzdem nach vorne. Schnell, aggressiv und verbissen, das sind die Qualitäten von Comeback Kid, die nicht auf endlose Moshpits setzen, sondern dafür einige Melodiebögen in ihre Songs einbauen. „Broadcasting...“ ist ein ausgewogenes und ausgeglichenes Werk geworden, das seine Energie gezielt und intelligent einsetzt, und nicht einfach nur drauflosprügelt. Auch im Sound hat die Band das perfekte Mittelmaß gefunden zwischen bombastischen Riffgewittern und trockener Härte. Aufgrund der starken Vorgängeralben waren die Erwartungen allerdings auch sehr hoch. „Broadcasting...“ vermag nicht diese zu toppen, erfüllt sie aber mühelos. Mit Comeback Kid ist auch ohne Scott Wade zu rechnen. Wertung 8/10.