Cobra Starship - While The City Sleeps, We Rule The Streets
Inkubator / Soulfood Music VÖ: 30.03.2007
Wenn man in einer Punkband wie Midtown singen und Bass spielen darf und dazu beiträgt, schöne emotional-melodische Lieder rauszubringen, sollte man vielleicht Seitenprojekte doch lieber sein lassen. Hier ist die Rede von Gabe Saporta aus New York, der sich für das Debutalbum seines Soloprojektes Cobra Starship sogar eine Geschichte ausgedacht hat: Eine aus der Zukunft kommende Schlange schlüpft aus ihrem Raumschiff und beauftragt Gabe damit, der Menschheit ein bisschen mehr Stil zu schenken und Emo-Jungs zu sagen, dass sie aufhören sollen, Milchbubis zu sein. Das langsame melancholische ,,Being From Jersey Means Never Having To Say You’re Sorry“ verschafft dem Album eigentlich einen schönen Anfang, dem aber mit der plötzlichen Stiländerung zu Disco-Pop-Punk mit langweiligen Melodien eine große Enttäuschung folgt. ,,Send My Love To The Dancefloor, I’ll See You In Hell (Hey Mister DJ)“ hinterlässt nach mehrmaligem Hören einen Ohrwurm, den man ganz schnell wieder loswerden möchte. Der Hintergrundgesang bei ,,The Ballad of Big Poppa and Diamond Girl“ und bei „Snakes On A Plane“, der übrigens der erste Song auf dem Soundtrack des gleichnamigen Filmes ist, erinnert an schlechte R&B-Songs. Ein Album, bei dem man bei den meisten Liedern einfach mal ein bisschen Gitarre dazugeklatscht hat, damit der poppige Stil nicht auffällt und die Platte sich zumindest ansatzweise alternativ anhört. Vielleicht damit man mit Bands wie Fall Out Boy und +44 bald auf USA-Tour gehen darf, um schließlich im Gegensatz zu ihnen das amerikanische Publikum höchstwahrscheinlich zu enttäuschen. Ach ja, ich würde doch lieber ein stilloser Milchbubi bleiben. Wertung 3/10.