Claudius Machs Lieder sind die schöne Erfahrung, dass sich deutsche Musik nicht zwischen den Extrempolen Schnulzen-Schmalz à la Xavier Naidoo oder Horror-Rock von Bands wie Rammstein bewegen muss. Sie sind aber auch die traurige Bestätigung, dass intelligente Texte und wunderschöne Musik anscheinend nur selten eine harmonische Verbindung eingehen. Denn auch wenn Mach es drauf hat, immer wieder mit eigentlich unpassend wirkenden Aussagen zu überraschen, den Alltag herrlich zu persiflieren oder Liebeslieder ohne klebrig-süßen Schmelz, aber trotzdem nicht gefühlsentleert, zu interpretieren, macht er einfach keine schöne Musik. Punkt. Die Stücke verpassen als echte Wiederholungstäter kontinuierlich die Wohlfühl-Länge, der Refrain wird oft weit über die Schmerzgrenze wiederholt, der Hintergrundrock, der fast gegen Machs Stimme ankämpfen muss, birgt kaum Unerwartetes, ist uninspiriert, gleichförmig und langweilig, und die – bereits wenig besondere – Stimme, wenn auch sehr experimentierfreudig, spricht und brüllt mehr, als dass sie singt (frei nach dem Motto: nicht schön, aber laut?). Daher mehr was für all jene, die genug haben von deutschem Schmusezucker oder perfekten Wellen, die schön mitgrölen und sich in ganz anderen Texten wiederfinden, eben so richtig Zuhören wollen, statt in Klangwelten dem Alltag davon zu schweben. Wertung 5/10.