Chuck Ragan – Feast or Famine
Sideonedummy Records/Cargo VÖ 24.08.2007
Richtig geglaubt hat es Chuck Ragan eh keiner. Zurückziehen wolle er sich, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, erklärte er, nachdem sich Hot Water Music auflösten. Tatsächlich zog Ragan auch erstmal von Florida an die Westküste nach Kalifornien, irgendwo in ein kleines abgelegenes Dorf. Doch plötzlich sah man ihn wieder spielen, spontan in kalifornischen Cafés, mit seiner Gitarre und Mundharmonika. Nach einigen Split 7“s und dem Live-Album „Los Feliz“ legt der charismatische Ex-Hot Water Music Sänger jetzt endlich mit seinem ersten Studio-Album „Feast or Famine“ nach. Und das ist nicht ganz unerwartet ein ungemein traditionelles Folk-Album geworden, ähnlich seinem früheren Folk/Country Projekt Rumbleseat, dass er vor ein einigen Jahren zusammen mit Chris Wollard von HWM für ein paar Singles und Shows ins Leben rief. Auch hier dominiert die raue, unverkennbare Stimme Ragans im Zusammenspiel mit seiner Gitarre und Mundharmonika, zusätzlich instrumentiert mit Mandoline, Akkordeon, Banjo und Schlagzeug. Die zehn Songs klingen dabei wahlweise melancholisch („Geraldine“, „Symmetry“) oder flott und kraftvoll („Do You Pray“). Höhepunkt des Albums ist „California Burritos“, ein Rumbleseat Song, der durch die neue Instrumentierung mit Mandoline und Akkordeon unglaublich an Kraft und Intensität gewinnt. Das einzig störende ist die für ein Folk-Album definitiv zu dick aufgetragene Produktion. Doch auch die hat man spätestens nach dem zweiten Durchlauf wieder vergessen. Wertung 8/10.