Der Titel von Carlos Libedinskys zweitem Album „Narcotango 2“ legt schon nahe: Hier geht es um Tango. Aber eben nicht nur. Der Argentinier mischt in den Sound seines Ensembles, das unter anderem aus Piano, Violine, Percussion und Sängerin Rosana Laudani besteht, auch Einflüsse von World Music, Jazz und Electro. Daraus entstanden sind zehn kraftvolle, intensive und dynamische Stücke, die von einem tiefen Gefühl geprägt sind. Es geht nicht um Tanzmusik, denn einige Lieder wie „Esta noche“ oder „Rescate“ sind tragisch-beklemmend und nur langsam-fortschreitend intoniert, entführen in eine geheimnisvolle Welt. Anderes wie „Sarasa“ erinnert an südamerikanisch gefärbte Chillout-Musik. Trotzdem kommen auch die energiegeladenen Melodien des Tango auf diesem Album nicht zu kurz. Als Bonus für den Computer ist das Livevideo „Vi luz y subi“ enthalten. Mainstream ist das alles nicht, und schon alleine weil die meisten Nummern rein instrumental sind, wird die breite Masse einen Bogen um Carlos Libedinsky machen. Sie verpasst etwas, oder auch mehr als nur etwas. Wertung 9/10.