Düstere Gitarrenmusik aus Finnland ist an sich nichts Neues. Allerdings könnte man meinen, dass die Worte “Metal” und “ruhig” sich ausschließen – jedenfalls bis man Callisto gehört hat. Nach dem Debüt „True Nature Unfold“ von 2005 kombinieren die fünf Finnen auf ihrem zweiten Album „Noir“ zum Teil ausgesprochen entspannte instrumentale Partien mit wuchtigen Gitarren und Markus Myllykangas Grabesstimme. Die melodiösen Stücke sind interessant arrangiert und bei „Latterday Saints“ und „A Close Encounter“ kommen sogar Metal-untypische Instrumente wie Saxophon und Klarinette zum Einsatz. Durch diese Vielfalt und den zeitlos-melancholischen Sound sichern sich Callisto ihren eigenen Platz in der europäischen Metal-Szene. „Noir“ bietet Musik zum Hinhören und Genießen – aber ohne gelegentliches Headbangen ganz auszuschließen. Wertung 7/10.