Die Brazilian Girls kommen natürlich nicht aus Brasilien. Sondern auch New York. Und sind auch nur ein Girl. Trotzdem klingt das zweite Werk der Brazilian Girls nicht völlig unbrasilianisch. Die Band um die deutsch-italienische Sängerin Sabina Sciubba spielt einen heftigen Mix aus TripHop, Lounge und Samba. Damit klingt das Quartett recht einzigartig, zeitlos und gleichzeitig aber auch forsch. Es ist schwierig dieses Album zu fassen, denn mal scheint es verträumt jazzig, mal pumpen technoid-futuristische Klänge und mal überschlägt sich der Rhythmus fast. Für die richtige Würze sorgen auf „Talk to La Bomb“ zahlreiche Gastmusiker, die Trompete, Saxofon, Percussion oder Holzblasinstrument mitbringen. Die zwölf Songs sind ein ständiges Auf und Ab, eine Achterbahnfahrt durch verrückte Ideenwelten. Dabei ist es auch nicht immer ganz einfach den Songstrukturen zu folgen, denn nicht alles ist so eingängig wie der kräftig stampfende Opener „Jique“, und das folgende, romantisch angehauchte „All About Us“. In seinem Verlauf wird das Album immer fahriger, komplizierter und vertrackter. Trotzdem zeigen die Brazilian Girls dabei immer den unbedingten Willen zur Ekstase. Ein spannendes Album dieses „Talk to La Bomb“. Wertung 8/10.