Boris Dlugosch vs Radioslave – Radiodisco
Ministry of Sound VÖ: 25.05.2007
Boris Dlugosch ist einer, der schon viele Trends und Generationen in der Clubkultur kommen und gehen gesehen hat. Der renommierte DJ, Musiker und Remixer ist zwar im House beheimatet, hat sich aber auch immer wieder getraut über den Tellerrand zu schauen. Sein neuestes Werk schließt sich an seine Radioshow an, die seit gut einem Jahrzehnt bei NJoy und neuerdings auch weiteren Sendern ausgestrahlt wird. Das Ganze im Doppelpack mit seinem Hamburger Kollegen Radioslave. Passend haben die Beiden jetzt eine Doppel-CD namens „Radiodisco“ aufgelegt, bei der jedem jeweils eine Scheibe gehört. Los geht’s mit Boris Dlugosch, der ganze 21 Tracks zusammengestellt hat, darunter auffallend viele Remixe von Rocktracks. So werden hier nach dem guten Beginn mit „Moan“ von Trentemoller unter anderem Songs von Franz Ferdinand, Infadels und Goose verwurstet. Dlugosch bewegt sich mit seinem Mix weit ab vom Club-Mainstream und streut neben Zoot Woman auch den französischen Szenetipp Uffie mit ein. Trotzdem dürfen auch Discosmasher wie „Remmidemmi“ von Deichkind nicht fehlen. Alles im Remix, versteht sich. Radioslave geht dagegen konzentrierter zu Werke und präsentiert uns „nur“ 12 Stücke, darunter auch wieder „Moan“ von Trentemoller (in einem eigenen Remix). Daneben gibt’s unter anderem Toby Tobias, Chikinki, Mocky und Stefan Goldmann zu entdecken. Entdecken ist überhaupt das richtige Stichwort bei dieser „Compilation“: Dlugosch und Radioslave ist nicht nur ein Mix gelungen, der spannend ist, sondern der auch auf ausgelutschte Clubhits verzichtet. Wertung 9/10.