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Bon Jovi – Lost Highway
Universal VÖ: 08.06.2007

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www.bonjovi.de


Früher war alles besser. Entschuldigung, aber dieser Text muss einfach mit dieser Phrase beginnen. Und zwar, weil nichts so gut wie dieser abgedroschene Spruch die aktuelle Situation von Bon Jovi beschreibt. „Lost Highway“ ist das zehnte Studioalbum der Amerikaner. Bereits seit Jahren reihen die Superstars Erfolg an Erfolg, haben mittlerweile weltweit 120 Millionen CDs verkauft. Finanziell dürften die Herren also längst saniert sein. Leider zahlen die Ex-Rocker dafür einen hohen künstlerischen Preis: Viele ihrer Veröffentlichungen sind einfach allzu sehr auf Radiokompatibilität getrimmt und huldigen unverhohlen dem Kommerz. Eher selten gelang Bon Jovi mal ein schön frischer Song, der gut nach vorne rockte (zuletzt der Titelsong auf „Have A Nice Day“). Immer weniger Rock und stattdessen immer mehr (Power-) Balladen, auf diese Formel ließen sich die Platten bringen. „Lost Highway“ setzt dieser Entwicklung leider die Krone auf. Hier sind alle möglichen Ecken und Kanten so konsequent glatt gebügelt, dass man diese Scheibe schon kaum mehr der Rock-Musik zuordnen kann - so nah kommt diese CD dem belanglosen Mainstream. Exemplarisch wird die ganze Misere an der Gitarren-Arbeit Richie Samboras deutlich. Was er als Solist kann, zeigte er zuletzt auf dem Live-Album „One Wild Night“ (2001). Darauf zu finden: Eine richtig tolle Version von „Runaway“ - dem besten Stück, dass Bon Jovi jemals geschrieben haben. Nur zur Erinnerung: Es stammt vom Debüt aus dem Jahre 1984. Mein Gott, ist das lange her. Solche Lieder haben Bon Jovi 2007 nicht mehr im Programm. Nein, auf „Lost Highway“ dominieren langsame Balladen und langweile Durchschnitts-Radioliedchen. Jon Bon Jovi trällert vor sich hin und die Band spielt dazu gefällige und leichte Ware. Das mag all den Menschen gefallen, die auch den ein oder anderen „Sänger“ mit entsprechendem Image aus den Casting-Shows für einen echten Rocker halten. Von den frischen Songs der ersten Hardrock-Alben haben sich Bon Jovi damit aber meilenweit entfernt. Früher war eben doch alles besser. Wertung 2/10.

Autor:
Matthias Klein


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