Es gibt Musik, die erinnert beim Hören sofort an eine bestimmte Landschaft sowie ein dazugehöriges Gefühl. Das neue selbstbetitelte Album der Amerikaner Black Stone Cherry ist so ein Fall. Kaum erklingen die ersten Töne, drängen sich sofort Assoziationen auf: Staub, Hitze, Trockenheit, Durst. Kein Wunder, die Jungs stammen ja auch aus den Südstaaten der USA. Dort leben die vier, die allesamt knapp über zwanzig Jahre alt sind, in Edmonton, Kentucky. Wer jetzt musikalisch sofort an Southern Rock der Marke Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet denkt, der ist bei dieser Scheibe auch schon auf dem richtigen Pfad. Allerdings mischen Black Stone Cherry solchen typischen Südstaaten-Klängen noch eine ganze Menge qualmender Black Label Society-Heaviness, etwas Stoner Rock sowie eine gute Portion traditioneller Grunge-Anklänge der Sorte Audioslave oder Soundgarden bei. Und diese Melange ist wirklich hörenswert. Songs wie zum Beispiel „Backwoods Gold“ rocken schön nach vorne. Allerdings fehlt den Amerikanern so ein richtiger Übersong, ein Hit im besten Sinn. Ein Song eben, der nicht mehr aus dem Kopf geht. Der gelingt den Jungs auf dieser Scheibe nicht. Stattdessen haben sie mit der Ballade „Tired Of The Rain“ aber noch ein wunderschönes Lied fast ganz am Ende der CD versteckt. Fazit? Sechs Punkte plus einen Extrazähler für das tolle „Tired Of The Rain“. Wertung 7/10.