Schon wieder ein wörtlich zu nehmender Titel. Denn „Leaving the Nest“, das Debütalbum von Benjy Ferree, basiert wohl zum größten Teil auf den Erfahrungen, die er nach dem Auszug aus dem elterlichen „Nest“ sammeln konnte. Er zog an die Westküste der USA, arbeitete dort ein bisschen, kam aber wieder zurück nach Washington D.C. – schließlich musste er als Barkeeper in D.C. ja noch seinen späteren Produzent Brendan Canty (Fugazi) kennen lernen. Ein glücklicher Zufall, wie schnell ersichtlich wird. Mit „Leaving the Nest“ präsentiert Feeree nämlich ein musikalisches Potpourri vom allerfeinsten: schön viel schrammeliger Folk, ein bisschen Blues, ein gelegentlicher Ausflug in melodisch-dissonante Indierockgefilde, ein wenig von der Trickster-Mentalität eines Adam Green und über allem in großen Lettern prangend: Americana. Dazu noch intelligente Texte und fertig ist „Leaving the Nest“. Wer Wilco oder Neutral Milk Hotel mag, wird Benjy Ferree mit Sicherheit lieben. Wertung 8/10.