„Freude“ bedeutet ihr Name in Yoruba, „freudvoll“ heißt ihr Album. Es berührt durch die schon beinahe schmerzhaft intensive, leicht gepreßt-nasale Stimme, die manchmal an den Kristallklang Sades erinnert, gelegentlich aber auch nervig quengelnd klingt. Leidenschaft und Schmerz durchdringen jedes Lied, strafen oft die flockig-heiteren Reggae-, Soul-, Folk- und R’n’B-Elemente Lügen. Ein besonderer Zauber entfaltet sich, wenn die 27-jährige Deutsch-Nigerianerin in „Down on my knees“ dem Zuhörer gequält entgegenklagt, ihn beschwört oder trotzig-wütend anschreit. Das ist Liebesschmerz in seiner schönsten Form. Leider ist dieses Lied aber auch der absolute Höhepunkt des in Frankreich platingekrönten und in Italien vergoldeten Albums. Zwar besticht „Joyful“ durch einen entspannt-groovigen Hintergrund, der dank seiner trommeligen Rhythmen nie langweilt, sowie durch clevere Klänge vom weichen Poppen einer Flasche bis hin zu französischer Caféhaus-Ziehharmonika, doch verläßt sich Ayo. zu sehr auf ihre melancholische Stimme, so dass ihre pure Lust am Singen beim Publikum schon in eine Unlust am Zuhören umschlägt. Die CD bietet aber die ideale Hintergrundmusik – vor allem für laue Sommerabende auf dem Balkon – und sanfte Abhilfe bei Liebeskummer oder Weltschmerz. Zumindest für alle, die nicht so genau auf die Texte hören, denn in denen dreht es sich meistens um Beziehungen. Wertung 7/10.