Ein wirklich schöner Titel, den die Arctic Monkeys ihrem zweiten Album gegeben haben, summiert dieser doch die Diskrepanz zwischen Erwartungserhaltung einerseits und großer Freude andererseits. „Favourite Worst Nightmare“ ist schließlich das ach so schwere zweite Album, vor dem jede Band ja bekanntlich zittert – hier kann theoretisch eine Menge schief gehen. Mögliche Bedenken werden aber schon nach den ersten Sekunden des Openers „Brianstorm“ weggefegt, der buchstäblich wie ein Sturm über dem Hörer wütet. Nach diesem brachialen Beginn ist sofort klar, dass „Favourite Worst Nightmare“ für die Arctic Monkeys zum Heimspiel wird, zu einem Triumphzug, der jegliche Bedenken bezüglich der Qualität der Band schnellstens bei Seite fegt – wie ein Schlag auf die Fresse das auch tun würde. Die Band ein Britpop One-Hit Wonder? Hier, ich gib dir eine – „Favourite Worst Nightmare“! In den 36 Minuten kracht es zwischen dem ersten und letzten Song so dermaßen, dass „Favourite Worst Nightmare“ das Debüt „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ mit Leichtigkeit in die Ecke spielt und bei weitem noch übertrumpft. Hits hauen die vier Jungs aus Sheffield dabei zu Genüge raus, „Teddy Picker“, Balaclava“, „Fluorescent Adolescent“, wahrscheinlich einer der großen Hits dieses Sommers, oder „This House Is A Circus“ – man weiß gar nicht wo man da anfangen oder aufhören soll. Dabei strahlt die Band eine Coolness, ja eine Selbstsicherheit und Arroganz aus, als sei sie niemals großartig unter Druck gewesen und hätte mit dem Vorgänger nicht mal locker das erfolgreichste Debütalbum der britischen Musikgeschichte produziert. Richtig assig klingt „Favourite Worst Nightmare“, so assig, dass man die Straßen des Sheffielder Arbeiterviertels, in dem die vier Jungs aufgewachsen sind, in jeder Sekunde raus hört. Der Siegeszug der Arctic Monkeys kann also getrost weitergehen. Wertung 9/10.