Hhm, “it´s a bit complicated” – genau das haben sich die Jungs und Mädels von Art Brut bei der Aufnahme zu ihrem gleichnamigen zweiten Album gedacht, wie Sänger Eddie Argos kürzlich in einem Interview zugab. Verständlich, wurde der Erstling „Bang, Bang Rock´n´Roll“ doch zum absoluten Übererfolg, nicht nur zuhause in Großbritannien, sondern ebenfalls in den USA und in Europa. Wie konnte es nach einem solch überaus erfolgreichen Album nun weitergehen? Wenn man „It´s A Bit Complicated“ hört, könnte man denken ganz einfach: genauso weitermachen wie bisher. Denn „It´s A Bit Complicated“ fängt genau da an, wo „Bang, Bang Rock´n´Roll“ aufgehört hat. Der Opener „Pump Up The Volume“ oder auch wahlweise die restlichen zehn Songs des Albums hätten genauso gut auf dem Debütalbum erscheinen können. Und das ist als großes Kompliment zu verstehen. Denn Art Brut beeindrucken immer noch mit den gleichen Qualitäten, mit denen man sie vor zwei Jahren so schätzen gelernt hat: frischer, unverbrauchter und krachiger Rock´n´Roll/Punkrock mit leichtem Garage-Einschlag, unverschämt simplen Melodien und dem wahnsinnigen Sprechgesang artigen Gesang von Sänger Eddie Argos, der die mit Abstand ironischsten und humorvollsten Texte seit der Erfindung des Britpop für sich reklamieren kann – immer hart an der Grenze zur Parodie. Dazu gibt es eine ganze Menge Hits wie z.B. „Direct Hit“ (Achtung Ironie!), „St Pauli“ („Sorry if my accent is fooled/I learned my German off a 7inch record“), „Blame It On The Trains“ (die ultimative Rechtfertigung morgens zu spät zur Arbeit zu kommen), „Sound of Summer“ oder „I Will Survive“. Das einzige was hier fehlt und „It´s A Bit Complicated“ vielleicht ein klein wenig schwächer als das Debüt erscheinen lässt, ist der Überraschungseffekt: der ist nämlich leider weg. Art Brut haben wohl Recht, es ist doch ein wenig komplizierter als man vielleicht denken mag. Wertung 8/10.