Wer Anna Ternheim hört, der weiß direkt: Sie kann nur aus Skandinavien kommen. Genauer gesagt, ist Schweden die Heimat der 28-Jährigen Sängerin, die ihre stimmliche Kraft aus der Ruhe entfaltet. Die Songs klingen sanft, leicht melancholisch und verbreiten die Atmosphäre von schwedischer Landromantik. Alles ohne Pathos und Kitsch. Die Instrumentierung der zehn Songs ist äußerst dezent, leichte Gitarren, Streicher und Piano halten sich meist im Hintergrund, und geben Annas Stimme alle Zeit der Welt, sich ihren Weg durch die dunklen, aber nie hoffnungslosen Landschaften zu bahnen. Die Schwedin zieht in den Bann, berührt und geht einem nahe, nicht nur wenn sie auf „Feels like sand“ singt: „I know you have no place left to go, I’m your last escape...“. Das Album „Separation Road“ entführt in eine andere Welt, keine beschönigte, aber eine verträumte. Musikalisch kann der Mix aus Indie, Pop, Jazz und Folk nicht immer Akzente setzen, erfüllt dafür aber seine Funktion. Es ist zweifelsohne die Ausdrucks- und Gefühlsstärke, von der „Separation Road“ lebt. Damit dürfte es Anna Ternheim problemlos gelingen, an den Erfolg ihres Debüts „Somebody Outside“ anzuknüpfen. Wertung 8/10.