Albino – Überlebenstraining
Al Dente / Art 4 Real VÖ: 08.06.2007
Albino, Rapper aus Lübeck, beginnt sein neues Album mit den Worten von Rudi Dutschke, bekanntester Vertreter der 68er Studentenbewegung. Das verheißt Einiges, und deutet gleichzeitig an, dass Albino, dessen Rapkarriere, schon seit elf Jahren andauert, nicht zu den unpolitischen HipHoppern dieser Republik gehört. So ist schon klar, was wir von „Überlebenstraining“, das vier Jahre nach dem letzten Soloalbum „Vogelfrei“ und zwei Jahre nach dem Kollabo-Album „Echolot“ mit Nesti unter dem Namen Syndikat erscheint, erwarten dürfen: Keine krassen Rhymes sondern Inhalte und Message. Aber keine Angst, es geht in erster Linie nicht um Alt-68er-Parolen, sondern um das Leben. Albino rappt nicht direkt, sondern lässt Platz für Deutungen dafür, was er unter „Zurück“, „Tauchen“, „Unbegreifbar“ oder „Verlorener Halt / Stilles Erwachen“ versteht. Gesellschaftskritik steht meist dahinter, aber auch die „einfachen“ Themen des Lebens. Unterstützung auf den 19 Tracks, die von verschiedenen Produzenten, einer von Boulevard Bou, stammen, bekommt Albino von unter anderem Madcap, Chaoze One und Nesti. „Überlebenstraining“ ist kein Album für alle, kein Album für die große Öffentlichkeit, aber ein Album für alle, die etwas mehr nachdenken. Eine Tugend, die zumindest im Mainstream-HipHop selten geworden ist. Wertung 7/10.