Großer Andrang herrschte an diesem Mittwoch vor dem Cinestar Filmpalast auf der Kölner Ring. Und der rote Teppich lockte auch genug Schaulustige an. Fans und Promis sollten die Gelegenheit bekommen, den Film Borat, der am 2. November in den deutschen Kinos startet, in Anwesenheit von Borat selbst zu schauen, der die Besucher mit den Worten "Good evening, gentlemen and prostitutes" begrüßte. Borat, das ist der britische Komiker Sacha Baron Cohen, besser bekannt als Ali G. Als Ali G debütierte Cohen schon 2002 mit dem Film "Ali G in da House" im Kino, fuhr aber schlechte Kritik ein. Das soll mit Borat anders werden.
Als Vertreter Kasachstans reist Reporter Borat Sagdiyev in die USA um seiner Heimat über die fremde Kultur zu berichten. Mit seiner juden- und schwulenfeindlichen Haltung stößt Borat allerdings schnell auf Widerstand und sorgt für Mißverständnisse. Auch kommt Borat schon bald von seiner Mission ab und jagdt nur noch Pamela Anderson hinterher, die er heiraten will. Bevor es dazu kommen kann, muss der Zuschauer jedoch jede Menge harte Kost und rassistische Sprüche über sich ergehen lassen. Der Film mit dem Untertitel „Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen“ zieht sowohl Kasachen wie auch Amerikaner durch den Kakao. Eingestreut sind zahlreiche Interviewszenen, wie man sie auch schon aus der "Ali G Show" kennt, in denen Borat renommierte Fachleute oder Prominente mit dummen Fragen bombardiert. Dass Borats Angst, Hass und Abneigung von, auf und gegen Schwule, Frauen und Juden nur Humor ist, fällt dabei nicht jedem auf.
Schon im Vorfeld sorgte der Film für zahlreiche Kontroversen. Der kasachische Präsident beschwerte sich bei Bush über Cohens rassistische Äußerungen. Kasachstan schaltete außerdem eine Anzeige in der New York Times, um das Image des Landes aufzupolieren. Das machte den Verleiher des Films vorsichtig: In den USA soll der Film erstmal nur in 800 statt 2.000 Kinos anlaufen. Eins steht außer Frage, härtere und kontroverse Comedy-Kost werdet ihr dieses Jahr nicht zu sehen bekommen. Lustigere auch nicht.