Wer
sagt, Reggae aus Deutschland kann nichts sein, dürfte bei Seeed
eines Besseren belehrt werden. Seeed, bei denen die drei E für die
Namen der Sänger Ear, Enuff und Eased, wollen gar keinen jamaikanischen
Reggae machen oder faken, sondern nennen sich eine Großstadt-Dub-Band.
Von solchen Abgrenzungen halten sie aber auch gar nichts und singen
deshalb in Deutsch und Englisch. Der Song "Tide is high" verbreitet
dementsprechend auch ein ziemlich lockeres Feeling, offener Groove
und viel Swing Faktor. Für einen kurzzeitigen Club Burner könnte
das sogar reichen, aber insgesamt fehlt doch ein bisschen die letzte
Ausgereiftheit in Puncto Beats und Text um Seeed zum Geheimtip zu
erklären. Das letzte Stück Vibe fehlt hier einfach. Tolga macht
es derzeit eine Klasse besser vor, auch wenn dessen Sound eher in
Richtung Dancehall geht. Trotzdem sollte man auch den Remixen Beachtung
schenken, der "Turtle Bay Country Mix" kommt vom Hamburger Matthias
Arfmann (Beginner, Patrice) und die Deichkinder steuerten den "Es
geht auch anders Mix" bei. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.
Rating 6/10.
Tatjana Halstenberg
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