Yvonne Catterfeld war eine Ausnahme-erscheinung. Weil sie als Sängerin wie auch als Schauspielerin gleichermaßen erfolgreich war. Und ihre Musik war überraschend gut für einen Serienstar, aber schließlich hat Yvonne auch Musik studiert. Vielleicht lag das Erfolgsrezept auch in der ungewöhnlichen Zusammensetzung von Schreibern und Produzenten, zu denen Dieter Bohlen und Eko Fresh gehörten. Nun hat sich Yvonne Catterfeld im letzten Jahr zu einem Cut entschieden, trennte sich von ihrer Managerin. Ihr viertes Album trägt den möglicherweise vielsagenden Titel „Aura“ und wartet mit einem soften Mix aus Soul, R’n’B und Balladen auf, das verspricht mehr Musikalität. Auch die Produzenten- und Songschreiber-Riege mit Leuten wie Max Herre, Mousse T. oder Laith Al-Deen verspricht einiges. Doch all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei dem neuen Album so einiges nicht passt. Möglicherweise sollte Yvonne Catterfeld stärker im Mittelpunkt stehen, möglicherweise sollten die Songs Yvonne Catterfeld pur bieten, doch am Ende gibt es nur Soul ohne Soul. Das Problem liegt in der Produktion, die viel zu mittelmäßig und altbacken klingt, auch wenn sie stets bemüht ist Akzente zu setzen wie bei „Diebe Der Liebe“. Irgendwer im Hintergrund scheint erkannt zu haben, dass deutscher Soul der Sorte Joy Denalane derzeit kräftig punktet, doch bei „Aura“ mangelt es an der Umsetzung. Nicht dass Yvonne Catterfeld keine fantastische Stimme hätte, doch den Songs fehlt es an Profil. Und auch das Hitpotenzial ist nur bei wenigen der 15 Nummern vorhanden. Aura ist etwas anderes. Schön ist es trotzdem dieses Album. Ganz so, als wenn Yvonne sagen würde: „Ich mag dich, aber...“. Wertung 5/10.