Ursula Rucker meldet sich mit ihrem bislang am stärksten poetisch ausgeprägten Werk zurück, ihrem dritten Album. Es ist unzweifelhaft Spoken Word, was hier die 15 Titel dominiert, jazzige Sounds, leicht eingestreute sphärische Klänge. Wer die Künstlerin aus Philadelphia kennt, weiß aber, dass es hier nicht bei eindimensionalen Einflüssen bleiben wird, „Ma’at Mama“, das nach einer ägyptischen Gottheit benannt ist, ist ein Album das lebt und sich durch sämtliche musikalische Schichten schlängelt. Mit von der Partie sind übrigens auch zwei ihrer Kinder, beide nicht älter als 12 Jahre. Ob elektrifizierende Percussion auf „Libations“, Funk „Rant [Hot in here]“ oder warmer Soul „L.o.v.e.“, Ursula Rucker bleibt den bekannten Einflüssen treu, vermittelt diesmal aber mehr Live-Feeling, das u.a. von den Produzenten Anthony Tidd, Tim Motzer, Rob Yanvey III oder Sönke Düwer in Szene gesetzt wurde. Die Message steht dabei immer im Vordergrund, und mag die Reise vordergründig auch mystisch anmuten, so sind es doch ganz klar soziakritische Themen die das Geschehen dominieren. Wer sich auf ein forderndes Werk freut, das weit entfernt von seichtem Downtempo und NewJazz liegt, und trotzdem entspannend wirkt, findet in „Ma’at Mama“ seine Erfüllung. Wertung 9/10.