Lange mussten die Fans warten und viele rechneten wohl mit keiner Rückkehr mehr, schließlich waren „Nebenprojekte“ wie A Perfect Circle über sich hinaus gewachsen. Doch Tool sind glücklicherweise zurückgekommen, eine der einzigartigsten Bands unserer Zeiten. Eigenwillig, schräg, hart, und doch mit einem riesigen Publikum. Drei Mal Elf lautet die Formel des vierten Albums des californischen Quartetts. Elf Songs, zwei davon über elf Minuten lang. Klar, das gehört zum Standard bei Tool, Drei-Minuten-Songs gehen einfach nicht, und trotzdem ist einer dabei. Musste wohl sein, damit er noch auf das prall gefüllte Album passt. Das ein Minuten elf Sekunden kurze „Lipan conjuring“ darf dabei eher als Interlude gewertet werden. Der Nachfolger von „Lateralus“ zeigt Tool unverändert, kompromisslos, dunkel, episch, verschlossen, verwirrend. Eben all die Zutaten, die nur die Truppe von Maynard James Keenan in dieser Kombination zu einem fesselnden Sound verarbeiten vermag. Der Opener „Vicarious“, der gleichzeitig Single ist, geht noch recht progressiv zur Sache, doch danach verschachtelt sich das Album immer mehr, lässt Platz für Stille sowie instrumentale und gesangliche Querstreifer. Viel Beschreibung ist unnötig, Tool hören heißt auf Entdeckungsreise zu gehen. Von diesem Werk werden die Fans lange Zeit zehren. Selten ist Geld so gut angelegt. Fast selbstverständlich, dass auch wieder eine aufwendige Verpackung im Preis mitinbegriffen ist. Wertung 10/10.