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Tiga - Sexor
Pias / Rough Trade VÖ: 03.02.2006

www.piasrecordings.de


Anfang der Neunziger hauchte er seiner Geburtsstadt Montreal eine deftige Portion Clubleben ein, als es in Kanada kaum Anlaufstellen für durchtanzte Ravenächte gab. Tiga Sontag revolutionierte die Danceszene und gilt als Importeur von Acid House in sein Heimatland. Der 30jährige DJ kann ohne Frage mit seinem musikalischen Lebenslauf protzen. Sein Vita ist gefüllt von Kollaborationen mit den Martini Brös., Felix Da Housecat und Dannii Minogue, er remixte für Depeche Mode, Moby und das LCD Soundsystem. International berühmt wurde er vor einigen Jahren mit der Neuversion von Corey Harts 80er Klassiker „Sunglasses At Night“. Seine bekannteste Nummer ist „Hot In Herre“ – eine House-Version des bekannten Lapdance-Songs von Rapper Nelly. Nun erscheint das lang erwartete Debüt-Album: „Sexor“, eine Fantasiewelt voller Glam-House-Tracks, "where imagination rules the nation and where sexy lightning always strikes twice", wie Tiga sein Fantasialand im Intro beschreibt. Die Scheibe ist heiß, catchy und so poppig, wie sein Sound seit „Sunglasses At Night“ nicht mehr war. Sein hart aufgebautes und stets bewundertes Dandy-Image untermauert Tiga durch die Imitation des Albumcovers von Bryan Ferrys "In Your Mind" von 1977. Doch so richtig lieben muss man ihn wegen seiner Stimme. Die Vocals, die bei vielen anderen Künstlern dieser Szene oft dazu neigen, eintönig daher zu kommen, stehen bei Tiga mit den Beats in einem ausgewogenen Verhältnis. Ein bezeichnender Track für diese Meisterleistung ist „Pleasure From The Beat“: Die schnelle Nummer mit der sexy Flüsterstimme im Hintergrund burnt den Club. Ähnlich hot sind die mit melodielastigem Sprechgesang und harten Bass-Synthies gespickten Stücke "You Gonna Want Me" und "(Far From) Home (The Speed Of Sexor Reprise)". Doch von diesen heiß antreibenden Songs bietet das Album etwas zu wenig. Stattdessen geht es, wenige Ausnahmen bestätigen die Regel, meist harmonisch, manchmal öde zu. Die 80er sind immer allgegenwärtig. Summa summarum ist Tigas „Sexor“ zwar definitiv kein DJ-Tool, aber absolut tanzbar. Wer im Club gern zu schneller, smoother House-Musik schwitzt, ist hiermit gut beraten. Ohne Wertung.

Autor:
Julia Finger


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