Der ein oder andere mag mit dem Namen Thorsten Wingenfelder zunächst nichts anfangen können, aber in Verbindung mit dem Bandnamen „Fury in the slaughterhouse“ fällt einem sofort ein: klar, er ist deren Sänger. Solo hat er bisher einzig 2003 mit seinem Debüt auf sich aufmerksam gemacht, dessen Texte, genauso wie die von Fury, in englisch geschrieben waren. Seit dem 07. Aprilist nun sein deutschsprachiges Album „360 ° Heimat“ draußen. Eine schöne Metapher, wenn man sich vorstellt, egal in welche Richtung ich mich drehe, überall fühle ich mich zu Hause. So sind die Texte auch tiefsinnig und behandeln allgemeine Themen des Lebens, insbesondere der Liebe und anderer Beziehungen. Der deutschsprachige Thorsten Wingenfelder klingt anders, irgendwie eine Mischung aus großen Anteilen von Wolf Maahn, ein wenig Stefan Waggershausen, Jochen Distelmeyer und Stefan Stoppok. Musikalisch dagegen bleibt er seinen Wurzeln treu. Man erkennt den internationalen Sound, mit dem auch Fury den Durchbruch hatte bzw. seine persönlich präferierte Nähe zu U2. Kraftvolle Rocksongs wechseln sich mit einfühlsamen Balladen in einem angenehmen Verhältnis ab, wodurch es dem Zuhörer zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Wertung 8/10.