Manche Bands sehen sich als explizit politisch, eine Einstellung, die sich musikalisch zumeist als gewisser Bildungsauftrag manifestiert – die Musik wird als Medium betrachtet, das verändern und bewegen soll. Wahrgenommene politische Missstände äußern sich dementsprechend in Wut und Aggressionen. Punkbands sind da ein sehr gutes Beispiel. Die Thermals allerdings auch, obwohl die Band sich selber als „Post Pop Punk“ bezeichnet. „Wütenden Powerpop mit Garageeinschlag“ könnte man es aber ebenfalls nennen, denn die Band aus Portland lässt einem auf den zehn Songs von „The Body, The Blood, The Machine“ ganz schön wenig Zeit zum Durchatmen. Das muss wohl am Feindbild der Band liegen, welches sich auch relativ schnell heraus kristallisiert und thematisch das ganze Album prägt. Ist es mal wieder George W. Bush? Nein, vielmehr die neue fundamentalistisch-religiöse Rechte in den USA, die das Ziel der wütenden Angriffe der Band bildet. So sollte man auch die Kirchenorgel-ähnlichen Klänge deuten, die „The Body, The Blood, The Machine“ einleiten. Hier wird ebenfalls gepredigt, doch glücklicherweise nicht ganz im Sinne dieser gefährlichen und neo-faschistischen gesellschaftlichen Strömung. Dazu passt der leicht sprechgesangsartige Gesang von Sänger Hutch Harris, der eben eine solche Dimension besitzt – wie ein Prediger schreit er einem wutentbrannt seine Verzweiflung entgegen. Einen leichten Discord/D.C. Einfluss hört man da auch raus, der wahrscheinlich der Produktion von Fugazi´s Brendan Canty geschuldet ist. Großartig. Wertung 8/10.