The Television Personalities waren sogar mal Kurt Cobains Lieblingsband. Mittlerweile dürfte die Band wohl etwas in Vergessenheit geraten sein, denn „My Dark Places“ ist das erste Album der Television Personalities seit elf Jahren – die Band existiert übrigens schon seit 1977. Ähnlich verstörend wie die Lebensgeschichte des Bandleader und Songwriter Dan Treacy, der längere Zeit im Gefängnis saß und bis vor kurzem als tot gehalten wurde, ist „My Dark Places“. Mit seiner zerbrechlichen Stimme singt und erzählt Treacy abgrundtief traurige Geschichten die von Eifersucht, kaputten Lieben und sonstigen Abgründen der menschlichen Existenz handeln. Seinen Sinn für Humor hat Treacy dabei allerdings noch nicht verloren, wie solch plakative Songtitel wie, „Ex-Girlfriend Club“ oder „Velvet Underground“ zeigen. Musikalisch klingt „My Dark Places“ sehr facettenreich, an Velvet Underground erinnernder Schrammelpop trifft auf Pianos, Drumcomputer, Streicher und weiblichen Gesang. Manchmal funktioniert diese Mischung ganz wunderbar, „My Dark Places“ oder „Dream the Sweetest Dreams“ stechen besonders heraus, in vielen Fällen aber eher nicht. So wirkt „My Dark Places“ oftmals zu fragmentarisch, unfertig und einfach nur wirr. Wertung 6/10.