Angeblich soll “Bitter Tea” das bisher eingänglichste Album der Fiery Furnaces sein. Wobei gerade in diesem Fall „eingänglich“ als besonders relativ zu verstehen ist – denn eigentlich bedeutet „eingänglich“ etwas ganz anderes als „Bitter Tea“ es ist. Die beiden Geschwister Eleanor und Matthew Friedberger haben aber schon immer die einzigartige Fähigkeit besessen ihre Fangemeinde immer wieder auf ein neues zu überraschen, zum Beispiel wurde das letzte Album „Rehearsing My Choir“ zusammen mit ihrer Großmutter aufgenommen. „Bitter Tea“, das vierte Album des Geschwisterpaars, ist dann vielleicht doch etwas eingänglicher, denn zumindest wurde die Großmutter hier weggelassen. Ganz so fragmentarisch wie sein Vorgänger klingt es ebenfalls nicht mehr, einige Songs besitzen sogar Single- und Radiotauglichkeit. Was bei den Fiery Furnaces viel heißt. Das Grundprinzip der Band, der abrupte Melodiewechsel und die Dekonstruktion jedes Songs in eine einzige Soundkollage, wurde jedoch beibehalten und man ist sich nie sicher wann einzelne Lieder anfangen und wieder aufhören, das ganze Album wirkt wie ein einziger bzw. wie tausend verschiedene Songs auf einmal. Eleanore´s verrückte Texte verstärken den Eindruck dass „Bitter Tea“ streckenweise verzaubert, verwunschen und sirenenhaft unheimlich klingt, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass die Stimmen der beiden Geschwister teilweise abrupt abgeschnitten werden, so dass man streckenweise kein einziges Wort mehr ausmachen kann. So ähnlich als ob man auf LSD über eine Kirmes wandert oder so. Das Debütalbum war vielleicht mal mit den White Stripes vergleichbar, dieses hier mit absolut gar nichts mehr. Elektronisch angehauchter „Indierock“ könnte man es vielleicht trotzdem noch nennen – einfach nur verrückt. Im überaus positiven Sinne. Wertung 8/10.