Es gibt Platten, die verzaubern einfach. Daniel Ingemar Gustafsson hat mit seinem Debüt eine solche hingelegt. Der große Bruder von Martin Gustafsson (Boy Omega) war bislang noch nicht großartig in Erscheinung getreten, sondern versuchte sich nur in Sachen Homerecording. Umso überraschender ist es, dass er gleich mit einem derart großartigen, reifen und tiefsinnigen Album wie „Songs For The Locust King“ auftrumpft. Seicht jazzig fließend beginnt das Werk mit „Early morning prayer“, eine sanfte Stimme durchbricht die Stille. Danach nimmt das Album des Schweden auf „The camels parade“ Fahrt auf, das Tempo zieht an. Melodien bahnen sich ihren Weg, Gustafsson singt mit Nachdruck. Es wird schnell klar, dass hier ein Songwriter mit großem Talent am Werke war. Die Kompositionen sind vielschichtig, intelligent und fesselnd. Die breite Besetzung zahlt sich aus: 15 Musiker haben an „Songs For The Locust King“ mitgearbeitet. Eine Songperle reiht sich an die andere; ob das fröhlich beschwingte „Deadringer deadringer“, das tragische Jazz-Stück „Busy bee“, der folkloristisch-angehauchte Melodiereigen „3rd of December“ oder der verzweifelt-hoffnungsvolle Schluss „Halleluja“, alle Stücke haben die magische Ausstrahlung, die nur ein großer Songwriter verbreiten kann. Entstanden ist dabei eine wundervolle Mischung aus Indiepop, Soul und Jazz. Keine Frage, The Book Of Daniel ist einer der bemerkenswertesten Künstler, die wir dieses Jahr erleben dürfen! Wertung 9/10.