Etwas schwermütig, melodramatisch und mit Anklängen von Heroismus wirkt die Musik von „The black heart procession“, deren Atmosphäre unterstützt wird durch Abbildungen von Raben, Stacheldraht und Silhouetten schwer gezeichneter Personen auf der Vorder- und Rückseite des Covers. Wie ein einsamer Ritt durch die Prärie, von dem man nicht weiß, wo er einen hintreibt, so kommt man sich als Zuhörer vor. Angesichts dieser Metaphorik verwundert es nicht, zu erfahren, dass der Kopf der Band Pall Jenkins mit seinen Musikern in altbewährter Fünf-Mann-Besetzung aus San Diego, nahe Mexiko stammt. Ungewöhnlich erscheint der durchgehende Einsatz von Streichinstrumenten, was aber durchaus zu der seit Apocalyptica im Rock bekannten gedrückten Stimmung beiträgt und einem klassischen Piano-Sound. Die seit 1997 bestehende Band hat nunmehr mit „The spell“ ihr fünftes Album vorgelegt, mit dem sie gegenwärtig durch Europa tourt. Auch der Titel „The spell“, was soviel bedeutet wie „Fluch“, „Verwünschung“, „Bann“, „Zauberspruch“ oder „Verhexung“, trägt also zu der doch mystischen Verkleidung des Dargebotenen bei. Der Bandname basiert auf dem Selbstverständnis der Mitglieder, die darin ihre drei musikalischen Ausdrucksformen verkörpert sehen: „heart“ für Gefühl, „black“ für etwas Dunkles und „procession“ für einen festlichen Trauerzug. Insgesamt sind die Songs sehr kompakt und hier und da hellt der düstere Grundcharakter etwas auf, so dass man eher das Gefühl hat, dass von den Songs eine kathartische Wirkung ausgeht, allerdings muss man schon in der entsprechenden Stimmung sein, um das Album auf sich einströmen zu lassen. Wertung 8/10.