Es gibt ja viele Versuche Jazz in Rampenlicht zu bringen, nicht immer gelingen diese und oft werden diese gerade von Jazz-Puristen nur mit Skepsis angenommen. The Bad Plus haben keine Scheu sich an Coverversionen heranzumachen und so steht dann auch mal Nirvana auf der Songliste. Wilder Rock trifft auch eine allzu klassische Besetzung: Klavier, Bass und Schlagzeug. Trotzdem und gerade deshalb treten The Bad Plus, die bislang drei Alben (eins davon für den Grammy nominiert) abgeliefert haben, nicht über die Ufer. Die Grenzen sind fest gesetzt und Klavier, Bass und Schlagzeug erreichen eben nicht die Dynamik einer „echten“ Rockband. Die Idee des Trios aus Wisconsin ist im Grunde gut und innovativ, aber, und das wird auch an dem neuen Live-Album „Blunt Object“ schnell klar: sie nutzt sich schnell ab. Gleich welches Material sich die Gruppe vornimmt, das Ergebnis bleibt doch immer wieder im Korsett des Jazz eingeengt, Ausbrüche gibt es nicht. Das könnte den Vollblut-Jazzer freuen, doch wird dieser wohl eher zu reiner Jazz-Form greifen. Der Versuch ein Mainstream-Publikum anzugehen ist nicht neu, was ein Album von Bad Plus sicherlich nicht schlechter macht, das Ziel jedoch wurde hier nicht ganz erreicht. Wie so oft, wenn nicht ganz klar ist, welche Richtung eingeschlagen werden soll. Wer schon immer mal eine Jazz-Platte hören wollte und irgendwie den Unterhaltungswert vermisst hat, wird bei den Aufnahmen aus Tokio richtig liegen. Wertung 6/10.