1978 kaufte sich Stewart Copeland, Gründer und Schlagzeuger der zu diesem Zeitpunkt erst zwei Jahre existenten Band „The Police“, eine Super8 Kamera mit Mikro. Durch ihre Linse verfolgte und kommentierte er den Werdegang seiner Band vom internationalen Durchbruch bis zur letztendlichen Auflösung 1986. So entstand eine große Anzahl an Filmbändern, die danach 20 Jahre lang in Schuhkartons - von der Welt und von Copeland - vergessen lagerten. Dann hauchte der ehemalige Rockstar, jetzt Filmmusikkomponist, ihnen neues Leben ein. Er wählte aus 50 Stunden Sex, Drugs and Rock’n’Roll seine persönlichen Höhepunkte aus und verarbeitete über sechzig Musik-Sequenzen – ausschließlich original „The Police“-Material, von Studioaufnahmen über Konzerte bis hin zu einzelnen Vocals, die er komplett de-arrangierte und zum Teil verfremdete. Heraus kamen 75 Minuten Bandgeschichte und 20 Minuten Bonusmaterial sowie ein Kommentar von ihm und Andy Summers. Schon das hektisch-verwackelte Menü lässt beim Zuschauer dieses 80er Jahre Bandtingel-Gefühl aufkommen. Das bleibt auch über den ganzen Film erhalten, nicht zuletzt durch die nostalgisch-scherzenden Kommentare von Copeland und Summers. Aber gerade sie stören auch oft, vor allem, weil sie manchmal das Verstehen der ursprünglichen Gespräche unmöglich machen, und nicht ausschaltbar sind. Sehr authentisch, aber nach einiger Zeit richtig anstrengend, ist auch die wackelige, durchaus Schwindelgefühle auslösende, Kameraführung. Ein Gefühl, das noch unterstützt wird durch die abrupten Schnitte und kurzen Momentaufnahmen, die den Zuschauer nicht wirklich in das gerade gezeigte Geschehen eintauchen lassen, sondern ihm mehr das Gefühl geben, etwas vor die Nase gehalten zu bekommen, was er nie besitzen können wird. Daher bleibt es leider bei einer Art gigantischem Making of, einem selten tiefgehenden und manchmal auf der Ebene des Herumalberns gebliebenen Fotoalbum, irgendwo zwischen Pressekonferenzen, Autogramm-Momenten, Konzerten, Einkaufstouren, Autofahrten, Fotoshootings, Plattenfirma, Tourneen oder Fernsehen. Ein muss für echte Fans oder all jene, die den Alltag einer Rockband wirklich hautnah und nicht durch die choreografierte Blende eines Kamerateams erleben wollen. Alle anderen sind mit einem guten Dokumentarfilm über die Väter von Liedern wie „Roxanne“ oder „Every Breath You Take“ sicher besser beraten. Wertung 6/10.