Es gibt viele Wellen und eine davon heißt NDW, die jetzt mit Stephan Remmler zurückkehrt. Nun macht der fast 60-Jährige aber auch nicht mehr die selbe Musik wie in den 80ern, wo er mit der Gruppe Trio und solo erfolgreich war. Das letzte Album des Ruhrpott-Musikers liegt jetzt schon zehn Jahre zurück. So überrascht es doch sehr, dass an dem Comeback Leute wie Thomas D, Philipp (Deichkind) und Illvibe (Seeed) mitwirkten. Es gibt Beat, aber zeitgemäß eher in Form von minimalem, rabiatem Electro; dazu tönt Remmlers rauchiges Organ. „Frauen sind gierig woll’n immer mehr, Wollen nach vorne nie hinterher“ singt er auf seinem Paradestück „Frauen sind böse“. Ähnlich plakativ geht es auf den meisten der 16 Tracks wie „Ich muss ins Krankenhaus“ zu. Entstanden sind die Songs in seinem Zweitwohnsitz auf Lanzarote, einige davon hat Stephan Remmler remixen lassen, von den oben besagten oder verfeinert mit Gästen wie El*ke oder Heinz Strunk. Fehlen tun da auch Senor Coconut und 2raumwohnung nicht. Die Zusammenarbeit ist manchmal mehr, manchmal weniger offensichtlich. Am Ende steht ein lautes und buntes Album, das irgendwie in der Tradition der NDW steht, und irgendwie in die Zukunft greift. Offen bleiben sicherlich so einige Fragen, was Remmler mit „1,2,3,4...“ sagen will und wieso er textet „Let’s Go To Elvis“ und „Sag mir wen du liebst“. Wer sich auf das Spiel einlassen will, wird gut unterhalten. Wertung 7/10.