Mit Snowden weht jetzt das erste Mal britischer Wind bei Jade Tree. Also zumindest musikalisch, denn Snowden kommen eigentlich gar nicht aus Großbritannien sondern aus Atlanta, Georgia. Merkt man allerdings nicht, denn dafür ist „Anti-Anti“, übrigens das Debütalbum der Band, viel zu stark von Bands wie Joy Division, Interpol oder New Order beeinflusst. Schon wieder 80er Postpunk? Anders als gegenüber vielen anderen Bands aus diesem momentan ja schrecklich stark beackerten Genre, besitzen Snowden allerdings einen ganz klaren Vorteil und damit auch das richtige Mittel um kurzfristige Hypes mit Sicherheit zu überleben: Tiefgang. Der ganze Charme der zwölf Songs entfaltet sich erst nach einigen Durchgängen, doch dann möchte man das Album einfach nicht mehr beiseite legen – auch nicht nach dem zwanzigsten Durchlauf hintereinander. Der leichte Hang zum Experimentellen, der hypnotisch-traurige Gesang von Sänger Jordan Jeffares und die verspielten Gitarren tragen dazu übrigens nicht ganz unerheblich bei. Unbedingt auschecken! Wertung 8/10.