Irgendwie scheint die Schwemme des Synthie-Pops nicht abzureißen. Wenn allerdings ein Label wie Geffen records, das seinerzeit Bands wie Nirvana oder Guns ‘n‘ Roses unter Vertrag hatte, sich eines Newcomers bemächtigt, sollte man etwas Innovatives dahinter vermuten. In dieser Hinsicht aber wird man im Falle von „She wants revenge“ eher enttäuscht. Das Duo, bestehend aus Justin Warfield und Adam Bravin, stammt aus Kalifornien und hat sich einer Mischung aus New Romantic und Dark Wave verschrieben. In ihrer Pressemitteilung sehen sie sich selber in der Tradition von Joy Division und Depeche Mode. Weiterhin sind aber auch Anklänge von Visage, Ultravox oder The cure zu ver-nehmen. Die Stimme von Warfield ergießt sich in Schwermut und vermittelt den Eindruck eines nicht versiegenden Klagegesangs. Musikalisch hat man nicht das Gefühl, dass sich gegenüber den 80er Jah-ren klanglich etwas verändert hat. Wenigstens wechselt bei „Out of control“ oder „Broken promises for broken hearts“ ein wenig der Rhythmus, wenn schon die monotone Gleichmäßigkeit des Drum-Computers die damit transportierte kalte Stimmung nicht beseitigen kann. Ab und zu schimmert durch die ins Melancholische abdriftende Harmonik Gefühl hindurch und vor allem ist die sehr ruhig gehaltene instrumentale Einlage „Disconnect“ eine Wohltat gegenüber der ansonsten nicht sehr variationsreichen, in einer ewig gleichen Art und Weise verzerrten und in einem Einheitsbrei versinkenden Stimme. Das etwas aufreizende Cover des selbstbetitelten Albums scheint hier noch den größten Eindruck zu hinterlassen. Wertung 4/10.