Er wird der nächste große Erfolg für 3p. Das ist schon jetzt sicher. Nach langer Durststrecke, denn die letzten Meilensteine liegen schon lange zurück. Die Ikonen des Labels aus Frankfurt-Rödelheim, Sabrina Setlur oder Xavier Naidoo, sind verblichen oder abgewandert. Und gerade dieser Xavier Naidoo wird jetzt erneut zum Erfolgsfaktor. Das ist schon eine leicht bizarre Geschichte, denn sein „Nachfolger“ Sebastian Hämer kommt nicht aus dem 3p-Umfeld, hat gar keinen Bezug zu Frankfurt. Moses P hat sein Demo gehört und denn Mann von der Ostsee direkt verpflichtet. Zuvor war Sebastian Hämer noch nicht groß in Erscheinung getreten, eine Teilnahme am Gesangswettbewerb des ZDF „Die deutsche Stimme 2003" zählt zu den Highlights. Nun aber stehen ihm die Tore wirklich offen, und das einfach nur weil seine Stimme wie die von Xavier Naidoo klingt. Täuschend echt, das sagt jeder, der’s gehört hat. 3p hat also Ersatz gefunden. All das sollte jedoch nicht davon ablenken, dass Sebastian Hämer ein eigenständiger Soulsänger ist, der mit „Der fliegende Mann“ ein sehr gut produziertes Album abgeliefert hat. Produziert selbstverständlich von Moses Pelham. Parallelen zwischen dem ehemaligen und jetzigen Schützling sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, auch Hämer trägt seine Texte mit viel Geschwollenheit, Tragik und Pathos vor. Nur der Glaube ist kein so bestimmendes Thema, dafür steht die Liebe im Mittelpunkt. 14 Songs bilden ein homogenes Album, ein sanftmütiges und ausdrucksstarkes Werk für die stilleren Stunden. Es wird spannend sein zu sehen, ob Sebastian Hämer der enormen Erblast standhalten kann, und aus dem Schatten seines Vorgängers, der heute zu den erfolgreichsten Musikern Deutschlands zählt, heraustreten kann. Mehr als ein Anfang kann dieses Album nicht gewesen sein. Wertung 8/10.