Einst gab es einen Lichtblick in der aufgesplitterten HipHop-Szene Kölns: Die Bastlaz. Doch es kam so wie es kommen musste, nach dem ersten Album, 2003 releast bei Beatz aus der Bude, war die Luft raus. Drei Jahre später haben sich die beiden Rapper GranTill und Nynjoe wieder zusammengerauft und sind mit einer Reihe verschiedener DJs und Produzenten ins Studio gegangen, um ihr „All You Can Eat“ Menü zu entwerfen. Wer die Bastlaz kannte, wird sich auch hier schnell reinfinden. Bei den Rohdiamanten geht es weniger um die Message, als um dicke Punches und wuchtige Beats. Für letztere sorgen hier unter anderen Mirko Polo (Bastlaz), DJ Tobeyer ( Noisy Stylus), A Himself, CK one und GranTill selbst. Ein paar zu viel könnte man am Ende meinen, denn ein wenig fehlt ein einheitliches Level, das ein Album so richtig zusammenschweißt. Trotzdem, ein Schwachpunkt sind die Beats keineswegs, denn sie sind abwechslungsreich, richtig rockend produziert und schön mit Samples angereichert. Dazu kommen vereinzelt dezent gesetzte Cuts von DJ Tobeyer und AL Terego (Bastlaz). Worum es inhaltlich geht, verraten die Titelnamen schon ganz gut: „Wir gegen euch“, „Hebt das Glas“, „Jede Nacht“ oder „Roc’n’Roh“. Ein wenig Battle, viel Party, viel Storytelling. Nachdenkliche Texte gibt es auf „1234 (Family Biz)“. Die bekanntesten Feature-Gäste des Albums sind Valezka, die eine Hookline singt, und Lenny, der einen sehr guten Part auf „R.O.H.“ hat. Mit insgesamt 15 Nummern ist „All You Can Eat“ gut bestückt. Die Frage ist, ob der Titel wirklich passend gewählt wurde, aber Unterhaltung ist zumindest 49 Minuten lang garantiert und jede Menge Spaß hat man auch. Wertung 7/10.