Der Herbst kommt langsam aber sicher. Zeit für Rhesus, die mit „Sad Disco“ zu einer der erfolgreichsten Newcomer Bands avancierten. Das Trio aus Grenoble spielt traurigen Gitarrenpop, verträumt, herbstlich, melancholisch und doch nie ohne den nötigen Schwung und Elan. Aurélien Marie (Gesang, Gitarre, Keyboards), Laura Rosello (Bass, Gesang) und Simon Nodet (Schlagzeug, Keyboards) gaben ihr Album in bekannte Hände, so war Produzentenlegende Howie Weinberg aus New York für das Mastering zuständig. Vielleicht auch deshalb klingt der Sound so perfekt. Faszinierend ist die Basis eines akustischen Songs, der sich entwickelt und plötzlich nach vorne geht, die Gitarren aufdrehen, und dann wieder Stille und Harmonie herrschen. Besonders schön wird es immer dann, wenn Aurélien und Marie im Duett singen. Das hat auch die Industrie erkannt, und benutzte den Song „Just Let Go“ für die Nivea-Werbekampagne. Allerdings haben nicht alle zwölf Stücke des Albums dieses Eingängigkeit, oft braucht man einen langen Atem und Geduld, um „Sad Disco“ auf sich wirken zu lassen. Ein schönes Album, fast zu schön. Wertung 8/10.