Was lange währt wird endlich gut: das wäre zumindest der passende Spruch für Producer-Mastermind Pharell. Nun ist es nicht das erste Mal, dass der eigenwillige New-Born-Star der HipHop-Szene ein Album zurückhalt bzw. ganz neu eingespielt, doch warum „In My Mind“, das bereits im November letzten Jahres in Deutschland vor Journalisten präsentiert wurde, jetzt erst erscheint, bleibt wohl erstmal eine offene Frage. Jetzt ist es also nach N.E.R.D. und Neptunes endlich Zeit für sein erstes Soloalbum, dessen Single „Can I Have It Like That” featuring Gwen Stefani, die auch gleichzeitig den Einstieg bildet, schon bekannt ist. Danach folgt das impulsive „How Does It Feel?” mit Latino-Vibe und starkem Rap-Appeal. Natürlich produziert im typisch trockenen Pharell Style, wie er auch schon von N.E.R.D. bekannt ist. Auch „Raspy Shit” bleibt dem Rap treu und klingt ausgesprochen oldschool und retro. Warme Synthie-Sounds bleiben das tragende Soundelement, insofern gibt es auf „In My Mind“ keine Überraschungen oder echte Neuerungen. Nach „Best Friend“ nimmt Pharell auf „You Can Do It, Too“ das Tempo raus, einer Nummer bei der man auch bequem im Sitzen mitnicken kann, und die viel Soul verbreitet. Dann aber dürfen die Pimps ran und so wird auf „Keep It Playa“ auch Slim Thug gefeatured. Das kann nur das Vorspiel sein, denn es folgt Oberpimp Snoop Dogg mit „That Girl“ und den ersten waschechten R’n’B Vibes des Albums. Pharell hat sich das genau überlegt, sieben Songs repräsentieren R’n’B, sieben HipHop, wobei die Grenzen teilweise auch leicht verschwimmen. Nach der nächsten bereits bekannten Single „Angel“, schaut der nächste Big-Name des Rap-Biz vorbei: Jay-Z. „Young Girl / I Really Like You“ gehört zu den stärksten Songs des Albums – allerdings gibt es auch keine schwachen. „Dim The Lights" wird seinem Namen gerecht und „Stay With Me“ featuring Pusha T widmet sich ebenfalls den schönen Geschöpfen des Lebens. Bei Nelly geht es dagegen erwartungsgemäß wieder mehr zur Sache, „Baby“ dürfte so einige Dancefloors füllen. Kurz vor Schluss wird es mit „Our Father“ etwas intimer, ehe die dritte Single „Number One“ mit Kanye West das Album offiziell beendet. Doch da wir so lange warten mussten, hat es jedoch noch ein Extra-Track auf „In My Mind“ geschafft: Skateboard P presents: Show You How To Hustle featuring Lauren. Die große Überraschung hat Pharell Williams mit seinem ersten Album nicht geschaffen, aber er unterstreicht, warum er zu den größten Talenten unserer Zeit zählt. Wertung 9/10.