Er zählt zweifelsohne zu den Dinosauriern der Rockmusik und sein Name ist regelmäßig unter Musikern im Gespräch. Allein seine hauptsächlich solomäßig verlaufene Karriere mag ihm einen ähnlichen Ruhm, wie derjenige der Beatles oder Rolling Stones verwehrt haben. Dennoch hat er das bis heute meistverkaufte Live-Album „Frampton comes alive“ herausgebracht. Mit „Fingerprints“, einem oder besser gesagt seinem ersten reinen Instrumentalalbum vollzieht er nicht nur einen Streifzug durch die Musikgeschichte, bzw. durch ihre Generationen, sondern auch durch deren Genres. Ob mehr jazzig-funkig, wie in „Boot it up“ durch ein Saxophon unterstützt, rockig wie in „Blowin’ smoke“ oder durch diverse Einflüsse anderer musikalischer Kulturkreise, etwa dem leicht orientalisch angehauchten „Shewango way“ oder Latin, wie in „Ida y vuelta“, das genauso von einer akustischen Gitarre geprägt ist, wie das teils spanische, teils wegen der Dominanz der leidenschaftlich gespielten Geige, slawische „Souvenirs de nos pères“, das einem Tango ähnelt. Frampton zeichnet sich durch ein breitgefächertes Repertoire an Techniken aus, wobei seine Gitarre einen klaren, klassischen 70/80-Jahre-Sound verströmt, der jedoch von einem aktuellen, modernen Arrangement erstaunlich gut aufgepeppt wurde. Neben energiegeladenen Riffs, wendet er sich in „Blooze“ unverkennbar dem Blues zu und schlägt auch sehr sanfte, eher sogar verträumte Töne in „Float“ und „My cup of tea“ an. Die Tatsache, dass er seine Soli bis zum absoluten Exzess steigert, führt manchmal vielleicht etwas zu einer gewissen Langatmigkeit, was aber von der Virtuosität seines Könnens gut überspielt wird. Dabei lässt er auch kaum einen der diversen Gitarreneffekte aus, ob Wah-Wah oder Slide-Guitar bis hin zu neueren Experimenten der Technik. Unterstützt wird er dabei von Größen unterschiedlicher couleur, wie den beiden Stones Charlie Watts und Bill Wyman (Ex-Stone) bis hin zu Matt Cameron und Mike McCready von Pearl Jam, mit denen er „Black hole sun“ von Soundgarden covert, das sich eigentlich von der Begleitung her kaum vom Original unterscheidet, aber eben doch seinen besonderen Touch durch die gitarristische Interpretation Framptons erhält. Eine CD für Genießer, die man sehr gut zur Entspannung hören kann. Wertung 9/10.