Nach vier Jahren das erste offiziell vollständig neue Studio-Album der Veteranen des Grunge, deren Musik sich mittlerweile doch eher im Indie- bzw. Alternative Rock-Bereich etabliert hat. Lediglich die Titel und Texte der Songs, wie etwa „Life wasted“, „World wide suicide“, „Comatose“ oder „Unemployable“ vermitteln noch etwas von der depressiven Stimmung der Generation X. Wie eh und je kämpft sich Eddie Vedders ewig klagende, rauhe Stimme erfolgreich mit seinen Vocal-Lines ab. Auch sonst ist sich die Band in ihrer Zusammensetzung treu geblieben, nachdem nun wohl endlich das „Schlagzeuger-Problem“ gelöst zu sein scheint. Etwas ungewöhnlich verspielte Töne werden in „Parachutes“ angeschlagen, das sich außerdem durch den sich ständig wechselnden Takt rhythmisch hervorhebt. „Unemployable“ steht hier in nichts nach. Ebenso ungewöhnlich ist die Tatsache, dass es sich um ein unbetiteltes bzw. ein rein nach dem Bandnamen betiteltes Album handelt. Vedder und Consorten beziehen darin vor allem Stellung zu aktuellen Themen und scheuen sich dabei nicht, ins Politische vorzudringen wie zum Beispiel in „Army reserve“, das musikalisch auch eine weitere Facette der Band zum Vorschein bringt. Nicht zuletzt weisen sie auf ihrer Website unter „Activism“ auf die nun drei Jahre andauernde Irak-Politik hin, informieren über entsprechende Veranstaltung von Künstlern etc., die sich gegen den Krieg äußern. In „Gone“ kommt der alte typische Pearl Jam-Sound der Anfangstage meiner Meinung nach am stärksten zur Geltung. Ansonsten lassen sich in jedem einzelnen Song des 13 Titel umfassenden Albums die Wurzeln der Band, die aus sämtlichen Klassikern der amerikanischen Rockgeschichte bestehen, leicht nachweisen. Wertung 7/10.