Optik Takeover – Kool Savas & Optik Records präsentieren
Optik / Subword / Sony BMG VÖ: 15.09.2006
Lange hat Kool Savas die große Bühne seinen Mitstreitern überlassen, Rapper wie Bushido, Sido und der wiedererstarkte Eko haben das genutzt und die Führung übernommen. Jetzt muss Optik zurückschlagen, und dazu hat sich Savas eine Truppe zusammengestellt, die als Optik Army den Markt aufrollen will und muss. Caput, Amar, Moe Mitchell, Melbeatz, Ercandize, Sinan und DJ Nicon sind die Namen der Teammitglieder, die zwar allesamt schon mehr oder weniger oft in Erscheinung getreten sind, aber (bislang) nicht in der ersten Liga spielen. So bleibt die Paraderolle auch bei Kool Savas, er muss dieses Album nach vorne bringen. Dabei kann er sich auf die sehr guten Beats von Melbeats verlassen, die von einigen Nummern von Discopolo, RonaldMackDonald, Ercandize und Caput abgerundet werden. Nachdem Melbeatz in den letzten Jahren nicht immer geglänzt hatte, zeigt sie sich hier wieder in Topform. Eine Bombe ist auch der Beat von Christyle „Komm mit mir“ geworden, der daneben noch weitere Tracks produziert hat. Einige R’n’B geprägte Songs müssen die Optik Fans auch annehmen, so zum Beispiel „In Deinen Augen“. Nachdenkliche, introspektive Nummern wie „Traum“ featuring Franziska sind eher die Ausnahme, „Optik Takeover“ wird von harten Sounds dominiert. Vor allem „Fick Dich Nicht“ mit dem Feature von Germany ist voll in die Fresse. Nach 19 illustren Songs, auf denen unter anderem noch Franky Kubrick und Lumidee auftauchen, ist Schluss. Unter den fünf noch folgenden Bonustracks überzeugt vor allem das soft-geschmeidige „Er ist nicht gut für dich“ mit Kaas & Damdam. Alles in allem ist die Scheibe ein starkes Statement von Optik, auch wenn andere Labels mittlerweile lauter sind. Eins macht das Optik Takeover Album aber auch klar: Es wird Zeit dass Savas selbst wieder aktiver wird und ein eigenes Album nachlegt, sonst kann er nicht mehr lange mit der neuen Rapgeneration konkurrieren. Wertung 8/10.