Omar ist hierzulande kein Name, bei dem alle direkt aufhorchen. Das mag auch daran liegen, dass seine Alben lange zurück liegen. „Music“ zum Beispiel erschien 1992, damals zeigte sich der englische Sänger und Musiker noch jugendlich und draufgängerisch. Das letzte Album erschien 2000. Gut zu wissen ist aber, dass Omar ein gern gebuchter Feature-Gast war und ist (zum Beispiel bei Common „Electric Circus“), und dass sein Bruder kein anderer als Scratch Professor ist. Aber wer kennt den? Nun, aufhorchen wird aber jeder, der sieht wer jetzt zu Gast auf Omars neuem Album „Sing (If You Want It)“ ist: Stevie Wonder, Angie Stone und Common, um die wichtigsten zu nennen. Also auf in diesen zeitlosen Mix aus Soul und Funk, aber auch Jazz und HipHop. Es ist so ein Album, bei dem man sofort merkt, dass es Klasse und Stil hat. Wo direkt klar ist, dass dieser Omar weiß, was er bislang erreicht hat, und deshalb keinem Druck mehr ausgesetzt ist. Wo er cool, relaxt, befreit aufspielen kann, wo die Musik freie Bahn hat. Und davon kommt hier wirklich viel zusammen. Ein klassisches Soulalbum in einer modernen Produktionen und einem kräftigen Schuss Funk wie bei Prince, so könnte „Sing (If You Want It)“ umschrieben werden. Es ist ein fantastisches Werk mit 14 Songs plus einem Vocal und einem Livestück, das aber trotz großer Namen wahrscheinlich kein großes Publikum finden wird. So ist das eben bei guter Musik. Ein echtes Liebhaberalbum. Wertung 9/10.