Ist Olli Schulz mit seinem dritten Album, „Warten auf den Bumerang“ jetzt endlich mal erwachsen geworden? Eigentlich hatte das letzte Album diese Entwicklung ja schon angekündigt und war einen ganzen Tick ernster geraten als das Debüt und die großartigen Liveshows des Singer/Songwriters. Mit „Warten auf den Bumerang“ geht es aber wohl endgültig und ohne Zurück in Richtung Gitarrenrock á la ehemaliger Labelkollegen Tomte und Kettcar. Das skizzenhafte und improvisatorische in seiner Musik ist zwar so zum größten Teil verschwunden, was aber gar nicht mal schlimm ist, denn gewichen ist der Humorfaktor lediglich schöner und spannender Rockmusik. Allerdings ist Olli Schulz natürlich immer noch der gleiche große Geschichtenerzähler, den man auch von den anderen Alben kennt und der mit seinen scharfsinnigen, poetischen Alltagsbeobachtungen ein aufs andere Mal fasziniert und berührt. So weit, so gut. Eine Frage stellt sich dann aber doch noch: Was soll eigentlich der Titel des Albums? Denn eigentlich ist ziemlich klar wohin der Weg des neuen Albums gehen wird und der hat mit einem Bumerang rein gar nichts zu tun. Wertung 8/10.