Revival und Retro, so langsam wird alles ausgelutscht. Gelutscht wird auch bei Nouvelle Vague, zumindest was die Sexyness betrifft, ausgelutscht sind die Aufgüsse der Franzosen Marc Collin und Olivier Libaux jedoch nicht. Schon für ihr erstes Album wurden sie gefeiert, New Wave- und Punk-Klassiker als Bossa Nova & Latin Versionen. So geht es jetzt auf „Bande à part“ weiter, auch wenn der stilistische Rahmen etwas weiter gespannt ist und sich grob gesagt in allen Gewässern des New Jazz & Electro bewegt. Markenzeichen der Songinterpretationen ist natürlich der süß-zuckrige Gesang der zahlreichen Gastsängerinnen unbekannten Namens. Besonders ins Auge bzw. ins Gehör springen die Songs „Blue Monday“ (New Order), „Human Fly“ (The Cramps), „Let Me Go“ (Heaven 17), „The Killing Moon“ (Echo & The Bunnymen) und „Ever Fallen In Love“ (The Buzzcocks). Für Überraschung sorgt das sehr langsame, experimentelle „Waves“ (Blancmange). Alles in allem können Nouvelle Vague mit ihrem zweiten Album „Bande à part“ nicht mehr die gleichen großen Begeisterungsstürme hevorzaubern, Spaß haben wir aber trotzdem. Wertung 8/10.