Northern Lite sind ein Hybrid. Halb eingetaucht in die elektronische Szene, halb der dunklen Musik zugetan. So kommt es nicht von ungefährt, dass die Band aus Erfurt sowohl beim Nature One wie auch beim M’era Luna Festival spielte: Gegensätze ziehen sich wohl an. Es sind die Gegensätze, die das neue Album von Sebastian Bohn, Sascha Littek und Andreas Kubat so gut machen. Rockige Gitarren, technoide Beats, gespielt relaxt, kühler Gesang, dunkler Rauch. Wirkungen und Ursachen verschwimmen. Mal geht es fast beschwingt vorwärts wie bei „I Don’t Remember“, mal wird gestampft „1-2-3-4“, mal geht es ohne harte Gitarren und nur mit sphärischem Beat „Tonight“. Jedes der 13 Stücke auf „Unisex“ zeigt seine eigene Facetten, was auch dazu beiträgt, dass dieses Album wirklich faszinierend ist. Es ist ein reifes Werk, das sich wohltuend von Bekanntem abhebt und trotzdem vertraut klingt. Ein treuer Begleiter durch den Nebel der Nacht. Wertung 9/10.