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Nelly Furtado – Loose
Geffen / Universal VÖ: 09.06.2006

www.nellyfurtado.de

www.universal-music.de

 

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. So auch das neue Nelly Furtado Album. Wer bei „Maneater“ noch dachte, jetzt dreht die Kanadiern auf, wird über das vielseitige und oft auch ruhige Album überrascht sein. Schon der Opener „Afraid“ wirft seine Fragen auf, eine langsame, verspielt-leichte Popnummer mit Rapeinlagen von Tim „Attitude“ Clayton. Schwer einzuordnen, dieses Ding. Danach „Maneater“, okay, Nelly weiß wie selbst große Festivals gerockt werden. Doch schon das Feature mit Timbaland, „Promiscuous“, liegt wieder weit entfernt jeglicher musikalischer Normen. Ein bisschen HipHop-Touch, abgedrehte Sounds, Ambient-Stimmung und ein Stückchen R’n’B-Süße, ob das bei der Masse ankommt? Anders danach: „Glow“ klingt so, wie sein Titel, und eben auch so, wie das von Nelly Furtado erwartet werden konnte. Frisch und druckvoll. Und zumindest überwiegend geradlinig. Pause. „Showtime“ nimmt das Tempo raus, irgendwie eine klassische Soulnummer. Luft holen, denn jetzt kommt der zweite Hit des Albums. „No Hay Igual“ heißt der Song, und ist nicht nur auf Spanisch, sondern klingt auch so. Eine richtige Clubnummer. Wenn Nelly Furtado zusammen mit Juanes singt, kommt jedoch etwas anderes heraus, „Te Busque“ ist ein Lovesong, was sonst. Immer wieder fallen bei dem Album die Beats auf, die mit ihrem, teils wilden Stilmix, jeder Einordnung strotzen. So auch bei „Say it right“, das zwischen sphärisch und rockig wandelt. „Do it“ kann dagegen als R’n’B abgestempelt werden und ist trotzdem nicht glatt, Nelly lässt es sich nie nehmen, ein paar Fiepser, Ecken, Kanten und Überraschungen einzubauen. Das Auf und Ab setzt sich fort und mit „In God’s Hands“ folgt schon wieder ein ruhiger Song. Ja, lebendig ist das Album, aber wer jetzt gerade in Partystimmung ist, wird wenig erfreut sein, über den unter anderem mit Violinen recht klassisch instrumentieren Song. Da muss Folklore zum Ausgleich her, und die gibt es auch auf „Wait For You“. Ab in die Schlussphase: „Somebody To Love“ bietet extrovertierten Electro auf spanischem Rhythmus und „All Good Things (Come To An End)“ beendet das Album standesgemäß wehleidig. Da darf dann natürlich auch ein Chris Martin (Coldplay) nicht fehlen. Warum Nelly ihr drittes Werk „Loose“ genannt hat? Nun, wir wissen es nicht, aber verlieren könnte sie mit dieser durchaus gewagten musikalischen Tinktur so einiges. Zumindest theoretisch. Doch sie ist halt Nelly Furtado, nicht umsonst. Wertung 9/10.

Autor:
Rob Labas


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