My Latest Novel scheinen keine Eile zu haben. Genau wie alle guten Geschichtenerzähler auch, lässt sich die Band aus Glasgow viel Zeit mit den zehn vertonten Alltagsdramen ihres Debütalbums, „Wolves“. Dieses beginnt doch ziemlich verhalten mit einem vierminütigen Intro, dominiert von Streichern und einem entspannt klingenden Schlagzeug, bevor das erste Mal der Gesang einsetzt. Genauso dauert es fünfeinhalb Lieder bis es ganz plötzlich etwas flotter wird, denn vorher lässt die Band es ausschließlich langsam und gemächlich angehen. Man fühlt sich stark an zwei verschiedene Seiten einer LP erinnert – eine ruhige A-Seite und eine flottere B-Seite. Dabei klingen die ersten fünf Songs mit ihrem verhaltenen und folkig-angehauchten Indierock sehr nach den Tindersticks, die letzten fünf Songs hingegen nach Belle & Sebastian und Sons and Daughters. Eine wirklich schöne Mischung, bei der insbesondere die zweite Hälfte des Albums zu überzeugen weiß. Wertung 7/10.