Wie ein Fels in der Brandung steht sie da, die Kölner Microphone Mafia. Hier geht es um mehr als Rap, sonst bestände diese Gruppe, die auch mal einen Major-Deal hatte, wohl kaum schon seit 1989. Jetzt gibt es mal wieder ein neues Album, allerdings ist „Testa Nera“ eher als EP oder Mini-Album zu sehen, da es nur neun Tracks enthält. Ansonsten bleibt alles beim alten, die Rapper Kultu und Rossi, sowie DJ Önder versuchen erst gar nicht neue Wege zu gehen. Und das ist gut so, 17 Jahre, fünf Alben: die Microphone Mafia prägte nicht nur die Kölner Rapszene, sondern stand auch für soziales Engagement und eine multikulturelle Gesellschaft. Gerappt wird auch auf „Testa Nera“ wieder auf Deutsch, Italienisch und Türkisch. Und so kommen auch musikalisch viele Einflüsse zusammen, wie das Sample von Konstantin Wecker aus „Hexeneinmaleins“ auf „Wir Können Auch Anders“ oder der Gesang von Maria & Salvatore Pennino (die Geschwister von Rossi) auf dem folkloristischen „Bella Ciao“. Unter die Haut geht auch „Abschied“ mit einem Hauch irischer Weiten und Filmmusik. Klar, man könnte kritisieren, dass dieses Album nichts wirklich neues mehr von der Microphone Mafia bringt, man könnte sich aber auch freuen, dass sie immer noch das ist. Denn das ist nach 17 Jahren etwas wirklich Besonderes! Wertung 7/10.