Porno Rap ist derzeit allseits beliebt, und Crews wie die Berliner Porno Mafia zeigen, wie’s auch richtig gut geht. Nun, was macht ein gutes Porno Album aus? Es muss scharf sein. Und hier fängt beim Michelmann das Problem an, die Frauen, die er sich aufs Cover geholt hat, sind alles andere als scharf abgelichtet. Das setzt sich dann auch bei den Beats fort, die dünn und inspirationslos aus den Boxen strömen. Ohne Bass, auch wenn Michelmann mit „Tanga, Tanga (...super Fxxxxx) wenig überzeugend das Bo kopiert. Stellenweise wird’s dann doch ganz lustig, Humor hat der Michelmann wie er auf „Ich würd’s tun“ und „Maria Gonzales“ zeigt, nur leider fehlt es auch hier an der Umsetzung. Ein großer Rapper wird er so nie, so einschläfernd und ohne Flow, wie er rappt. Frauen, Sex, Titten, Parties und Schwänze, auf den 16 Tracks wird jedenfalls nichts ausgelassen. Das ganze Album wirkt wie eben mal abgeschüttelt, wie so ein Spot für diverse Sex-Hotlines. Damit kann man vielleicht in Willich, das ist da wo der Michelmann herkommt, zwischen Gladbach und Krefeld, überzeugen, aber abseits von Dorfproletentum wird diese Scheibe wohl kaum laufen. Wer auf Miami Bass Sound steht, wem die Texte nicht zu flach sein können, und wer von einem Cover mit leichtbekleideten Mädels keinen Sex-Appeal erwartet, dürfte beim zweiten Album vom Michelmann trotzdem auf seine Kosten kommen. Creme de la Creme hatten einst mehr zu bieten. Wertung 4/10.