An Mia scheiden sich die Geister: am dritten Album „Zirkus“ jedoch nicht mehr so sehr. Ruhiger ist die Mieze geworden, gepflegter geht es auf den 12 neuen Stücken zu. Ist die Normalität eingekehrt? Machen Mia jetzt Deutschpop nach Standardmaß? Und wo ist der Electropunk? Fakt ist, dass jetzt die Melodien dominieren, die Songs sind eingängig, verspielt und süß-klingend. Der flotte Beginn wird dann mit „Floss“ und „Odernichtoderdoch“ doch ein wenig durcheinandergespült, die etwas zäh daherkommen. Schräg klingt auch „Je dis aime Ich sag Liebe“ featuring –M-, ohne dass hier klar wird, wohin das führen soll. Zum Ende gibt’s dann noch ein paar richtig gute Songs, „Dann war das wohl Liebe“ und „Was Besonderes“. Trotzdem wird nicht ganz klar, was mit „Zirkus“ anzufangen ist. Mia sind subtiler geworden – gut. Oder vielleicht gut. Denn so richtig überzeugen mag die neue Show als Gesamtwerk gesehen nicht. Wusste man bislang, woran man bei Mia war, so ist das jetzt nicht mehr der Fall. Jeder fragt sich, ob er hier unbekümmert zugreifen kann oder doch irgendwo ein Haken verborgen ist. Eins ist jedenfalls sicher: Das neue Album ist mehr zum träumen als zum abrocken. Nehmen wir uns also etwas Zeit und geben dem eine Chance. Wertung 7/10.