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Metal. A Headbanger´s Journey (DVD)
Constantin Film VÖ: 01.06.2006

www.metalhistory.com

 

Eine Untersuchung der Subkultur Heavy Metal? Eine anthropologische Betrachtung der Szene? So neu ist diese Idee nicht. So hat beispielsweise die Volkskundlerin Bettina Roccor mit ihrer Dissertationsarbeit „Heavy Metal. Kunst. Kommerz. Ketzerei“ eine interessante wissenschaftliche Aufarbeitung der Headbanger vorgelegt – bei allen methodischen Problemen. Und jetzt also ein Film. Der Journalist Sam Dunn, der in Victoria und York Geschichte und Anthropologie studierte, macht sich in „Metal. A Headbanger´s Journey” auf zu einer Reise zu verschiedenen Künstlern/Festivals, um das Phänomen des Heavy Metal zu untersuchen. Dabei betrachtet Dunn unter anderem Aspekte wie „Musikalische Wurzeln“, „Fans“, „Zensur“, „Geschlechtsidentifikation und Sexualität“ oder „Religion und Satanismus“. Durch Interviews mit Rockern, Musikern und auch Gegnern arbeitet er diese Aspekte auf.
Wie gut gelingt ihm das aber? Nun, sachliche Fehler sind zum Glück selten zu finden (Ausnahmen: Judas Priest gehören auch zur „New Wave Of British Heavy Metal“ und die Scorpions unter „Power Metal“ einzusortieren ist mehr als abenteuerlich). Insgesamt ist der historische Teil aber sehr interessant und gut gemacht. Daran krankt der Film nicht. Das Problem der Dokumentation ist vielmehr, dass Sam Dunn das Wort Dokumentation allzu wörtlich genommen hat. Er hält nur mit der Kamera drauf und lässt – bis auf wenige Ausnahmen – das Gesehene umkommentiert. So räumt er zum Beispiel in dem Kapitel über Satanismus sowohl einem Priester als auch einem Satanisten ausführlich Platz zur Darstellung ihrer Position ein. Wobei die naturgemäß keine Überraschungen enthalten. Hier wäre eine kommentierende Dokumentation sehr viel besser gewesen. Und angesichts der krassen Straftaten der Satanisten gerät seine Distanzierung allzu kurz! Zudem muss sich Dunn den Vorwurf gefallen lassen, dass er manche äußerst problematischen Dinge verharmlost. Der norwegische Black Metal kommt bei ihm doch arg harmlos herüber – dies ist auf Basis der Fachliteratur absolut nicht zulässig! Aspekte wie Antisemitismus und Rechtsextremismus spart er aus.
Fazit? Als nette Unterhaltung ist „Metal. A Headbanger´s Journey“ durchaus okay – abgesehen von den wirklich schockierenden Szenen zu den Themen “Tod und Gewalt” und „Satanismus“ finden sich auch einige wirklich witzige Teile. Klar, Dunn möchte nicht objektiv an die Sache herangehen. Das muss er auch nicht. Aber eine so verkürzende Formulierung wie „Ich halte diese Musik nach wie vor für harmlose Unterhaltung“ macht es sich doch allzu einfach. Wenn es sich ein Film schließlich zur Aufgabe macht, auch die kritischen Seiten einer Subkultur seriös zu untersuchen, dann muss ein solcher Streifen auch methodisch sauber, einigermaßen objektiv und wenigstens um einen möglichst kompletten Überblick bemüht sein. Und das ist „Metal. A Headbanger´s Journey“ leider gar nicht. Hier zeigt Sam Dunn lediglich einzelne Ausschnitte, im wahrsten Sinne des Wortes Einzel-Szenen. Einen wirklich fundierten Überblick oder gar eine ernsthaft kritische Aufarbeitung der Headbanger schafft er damit jedenfalls absolut nicht! Wertung 3/10.

Autor:
Matthias Klein


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